Entwurf des Bundesfinanzministeriums zur Besteuerung von Kryptowährungen benachteiligt den Standort Deutschland

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Der Entwurf des Bundesfinanzministeriums zur Besteuerung von Kryptowährungen setzt den Krypto-Markt stark unter Druck. Für Anleger werden die Daumenschrauben durch den geforderten einheitlichen Rahmen für Steuern auf Kryptogewinne deutlich fester gezogen. Höhere Steuerlasten sollen für die Miner gelten, da der Entwurf nicht zwischen privatem und gewerblichem Mining unterscheidet. Da den Krypto-Unternehmen künftig unverhältnismäßig hohe Bürden auferlegt werden, könnten die Folgen für den Krypto-Standort Deutschland verheerend sein.

Steuerpflicht für Kryptowährung – ja oder nein?
In seinem Entwurf unterscheidet das Bundesfinanzministerium beim Mining nicht zwischen privat und gewerblich. Staking und Lending werden generell als Gewerbebetrieb betrachtet und gelten als steuerpflichtig. Einkünfte aus Mining könnten als private Veräußerungsgeschäfte gelten. Um das zu widerlegen, müssten Miner den Beweis erbringen, dass es sich um eine vermögensverwaltende Tätigkeit handelt. Da für das Mining erhebliche Rechenleistung und die entsprechende Hardware-Ausrüstung benötigt werden, könnte das schwierig werden. Raum für unterschiedliche Interpretationen bestand bislang, da es keine klare Definition gab, ob Kryptowährung als Wirtschaftsgut zählt. Dem Entwurf des Bundesfinanzministeriums zufolge sollen alle Kryptowährungen, egal ob Payment, Token, Staking oder Lending, als Wirtschaftsgüter gelten und damit steuerpflichtig sein.

Probleme beim Staking
Das Staking von Kryptowährung wie Ether ermöglicht für die Nutzer neue Ether als Belohnungen. Steuern könnten vermieden werden, wenn Gewinne über die Zeit verschleppt und über ein Jahr gehalten werden. Nach dem Entwurf soll die Haltefrist nun auf zehn Jahre verlängert werden. Veräußerungsgeschäfte mit Kryptowährung vor dieser Frist gelten als steuerpflichtig. Das gilt für Staking ebenso wie für Lending. Staker müssten in Vorleistung gehen und das Finanzamt informieren, dass sie die Kryptowährung zum Staken genutzt haben.

Entwurf verfehlt das Ziel
Mit dem Entwurf zur Besteuerung von Kryptowährungen wollte das Bundesfinanzministerium die Krypto-Finanzkriminalität wie Geldwäsche oder die Finanzierung von Terrorismus eindämmen. Dem Entwurf zufolge sollen Daten der Auftraggeber und Begünstigten bei den Krypto-Transaktionen erhoben und gespeichert werden. Das würde einen Wegfall der Anonymität bedeuten und wäre technisch kaum umsetzbar. Ein nationaler Alleingang Deutschlands könnte Experten zufolge eher schaden als nützen. Probleme bereitet auch die Übertragung von Kryptowährung zu einer Unhostet Wallet, wenn künftig Name und Anschrift der Beteiligten gespeichert werden. Entscheidungen auf europäischer Ebene zur Bekämpfung der Krypto-Finanzkriminalität liegen noch nicht vor.

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