Vor 50 Jahren überrumpelte Richard Nixon die Welt.


Am 15. August 1971 brachen die USA einseitig ihr Versprechen, den Dollar jederzeit in Gold umzutauschen. Das Ereignis wirkt bis heute nach. So ist die Vermehrung des Geldes seither an keine natürlichen Grenzen mehr gekoppelt.

Früher konnte man Dollarscheine in Gold umtauschen. Die Währung war an den Goldstandard angepasst und an das Bretton-Woods-System, das nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt wurde. Hierbei handelte es sich um ein Wechselkurssystem, bzw. um eine neu gestaltete Währungsordnung mit der Absicht, dass sich die Wechselkurse zwischen den Währungen stabilisieren. Am 15.08.1971 sollte sich die Währungspolitik ändern, denn vor 50 Jahren sprach sich Richard Nixon, der 37. US- Präsident, für die Abschaffung des Goldstandards aus. In einer öffentlichen Ansprache gab er das Aus der Währungspolitik bekannt.

Fiat statt Goldstandard – Sinn und Zweck der einstigen neuen Währungsordnung

Viele Menschen fragen sich heute: warum hat der ehemalige US-Präsident eine neue Währungspolitik eingeführt? Die Antwort kann man im wachsenden Misstrauensverhältnis zwischen Europa und den USA finden. Nach dem Ersten Weltkrieg konnte jeder Geld zu Gold machen und seine Währung in Gold umtauschen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es lediglich den Regierungen und Zentralbanken gestattet, Geldscheine in Gold zu wechseln. In den USA war es den Bürgern dieser Zeit untersagt, eigene Goldreserven zu besitzen. Der französische Präsident Charles de Gaulle entsandte ein Marineschiff, um die Dollarreserven in Gold umtauschen zu lassen. Die USA war zur Weltmacht aufgestiegen und Richard Nixon hatte mit der neuen Währungspolitik zum Ziel, den internationalen Handel voranzutreiben, die Währungen und Wechselkurse zu stabilisieren. Vor Allem der Dollar sollte massiv gestärkt werden, was in den darauffolgenden Jahren auch geschah. Es gab allerdings auch andere Vorschläge zur Gestaltung der Weltwährungspolitik. Z.B. hatte der der Ökonom John Maynard Keynes den Vorschlag erhoben, eine Weltwährung zu etablieren, die von einer Weltreservebank verwaltet wird.

50 Jahre Fiat Standard – zum großen Vorteil für den Dollar

Der Dollar ist die einzige Währung, die heute noch goldgedeckt ist. Man erinnere sich auch an den Petrodollar, der durch den Öl-Kurs gedeckt ist. Ausländische Fiat Gelder, Währungen die nicht an einen Rohstoff gebunden sind, koppeln sich an den Dollar und somit nur indirekt an den Goldstandard. Der Dollar wurde somit zur Weltwährung etabliert und die USA hatten die größten Goldreserven bevorratet. Das Papiergeld der anderen Währungen hat keinen echten Gegenwert. Die neue Währungspolitik basiert auf Vertrauen. Eine große Sorge der Europäer war, dass die USA mehr Dollar druckt, als im Gegenwert an Gold vorhanden ist. Die Sorgen sollten sich bewahrheiten, denn schnell wurde das Machtmonopol missbraucht und die ausgegebenen Geldmengen überstiegen den Gegenwert des Goldes bei Weitem. Durch die 1971 eingeführte, neue Weltwährungspolitik blieb es anderen Ländern untersagt, Geld in Gold einzutauschen. Die USA hatten ihre Ziele einer Währungsmonopolstellung erreicht. Im Jahr 2020 hat die US-Notenbank mehr als 9 Billionen US-Dollar gedruckt. Das sind ungefähr 20% des US-Dollars, der heute im Umlauf ist.

Mit anderen Worten, für jeweils 100 US-Dollar, die heute existieren, haben die US-Regierung und die Federal Reserve im Jahr 2020, 20 US-Dollar aus dem Nichts gedruckt. In Europa ist das nicht anders und in Kanada wurden 2020 sogar 75 % aller kanadischen Dollar gedruckt. Dies scheint eine wirklich schlechte Warnung für das zu sein, was in den kommenden Jahren erwarten wird.

Fazit: Euro, Franken & Co – Papiergeld ohne echten Gegenwert

Durch die Vorgehensweise der USA, gelang ihnen ein schlauer Schachzug. Der Dollar stieg zur Weltwährung auf und war das einzige goldgedeckte Zahlungsmittel, an dem sich alle anderen Währungen orientieren. Dem heutigen Euro steht kein echter Gegenwert gegenüber, denn schon damals wurde weitaus mehr Geld gedruckt, als Goldreserven vorhanden waren und im Laufe der Jahre nimmt die Gelddruckmenge stetig zu. Billionen und aber Billionen Euro werden ausgegeben, heutzutage diskutieren Volkswirtschaften über Summen, die sich ein Normalbürger nicht mehr vorstellen kann. Die Frage ist, wie lange sich dieses Geldsystem noch halten kann und ob der Bitcoin eine echte Alternative sein kann.

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